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Bonsaipflege

Echter Mehltau am Feldahorn

Ein weißlich-mehliger Belag auf den Blättern gehört zu den typischen Anzeichen von Echtem Mehltau. Bei einem Feldahorn-Bonsai stellt sich dann die Frage, wie stark der Baum beeinträchtigt ist und welche Pflege jetzt sinnvoll ist. Besonders im Herbst lohnt sich eine genaue Betrachtung, denn Pilzbefall und natürliche Blattalterung können gleichzeitig auftreten. An meinem Feldahorn (*Acer campestre*) zeige ich das Schadbild anhand von Gesamt- und Nahaufnahmen. Der Artikel erläutert, was auf der Blattoberfläche wächst, wie sich der Befall einordnen lässt und worauf ich bei der Pflege bis zum Laubfall und beim Austrieb im nächsten Frühjahr achte.

Josef Rauscher

Ahornblatt mit weißlichem Belag und braun verfärbten Blatträndern.
Ahornblatt mit weißlichem Belag und braun verfärbten Blatträndern.
Heller Belag und braune Verfärbungen auf einem Ahornblatt.
Einzelnes Ahornblatt mit weißlichem Belag und eingerollten, braunen Rändern.
Mehrere Blätter an einem Ahornzweig zeigen helle Beläge und braune Randbereiche.
Mehrere Blätter an einem Ahornzweig zeigen helle Beläge und braune Randbereiche.
Feldahorn-Bonsai (Acer campestre) von Josef Rauscher in seiner Schale im Garten.
Gesamtansicht des Feldahorn-Bonsais in seiner Schale im Garten.

Befall im Detail.

Die Aufnahmen zeigen meinen unbehandelten Feldahorn im Herbst. Auf den Blättern liegt ein weißlich-grauer Belag; einige Ränder sind braun und eingerollt.

Nicht jede Verfärbung stammt vom Mehltau: Auch die natürliche Blattalterung verändert das Laub. Entscheidend sind der Gesamtzustand und die Entwicklung des Befalls.

Ein kräftiger Feldahorn verkraftet einen späten Befall meist gut. Wiederkehrender Mehltau und beeinträchtigte junge Blätter oder Triebe verdienen dagegen mehr Aufmerksamkeit.

Das Myzel des Mehltaupilzes wächst überwiegend auf der Blattoberfläche. Saugorgane nehmen Nährstoffe aus den äußeren Blattzellen auf.

Sporen werden durch den Wind verbreitet. Hohe Luftfeuchtigkeit und wenig Luftbewegung begünstigen den Pilz; eine dauerhaft nasse Blattoberfläche benötigt er nicht.

Weißlicher Belag auf der Blattoberfläche.
Nahaufnahme eines grünen Ahornblatts mit weißem Belag auf der Blattoberfläche.
Weißlicher Belag und dunkle Randverfärbungen auf einem gelbgrünen Blatt.
Gelbgrünes Ahornblatt mit weißlichem Belag und dunklen Randverfärbungen.
Blick auf einen Ahornzweig mit mehreren verfärbten und eingerollten Blättern.
Blick auf einen Ahornzweig mit mehreren verfärbten und eingerollten Blättern.

Behandlung und Werkzeugpflege

Zwischen den Bonsais genügend Abstand für Luftbewegung lassen und weiterhin bedarfsgerecht gießen. Trockenstress schwächt den Baum zusätzlich.

Ein vollständiger Blattschnitt ist kein Heilmittel. Auch kräftige Rückschnitte sollten nicht allein wegen des Befalls erfolgen: Sie können anfälligen Neuaustrieb fördern und müssen zur Jahreszeit passen.

Befallenes Falllaub aus der Schale und vom Stellplatz entfernen, um mögliche Infektionsquellen zu verringern. Im Frühjahr den neuen Austrieb auf Beläge und Verformungen kontrollieren.

In der Praxis: Den ganzen Baum regelmäßig ansehen, abends direkt auf das Substrat gießen und Veränderungen mit Vergleichsfotos festhalten.

Der weißgraue Belag bedeckt große Teile der Blattoberfläche.
Ein Ahornblatt ist großflächig von einem weißgrauen Belag bedeckt.

Drei Tipps für die Praxis.

  1. Genau hinsehen

    Junge Blätter und Triebe auf weißen Belag und sichtbare Veränderungen prüfen.

  2. Befallene Blätter entfernen

    Betroffene Blätter entfernen, wie im Artikel beschrieben.

  3. Werkzeuge reinigen

    Nach der Arbeit die verwendeten Geräte gründlich reinigen.