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Edelreis & Unterlage
Edelreis schützen
Im unteren Bereich werden Nadeln entfernt; die Knospe und ein kleiner Nadelbereich bleiben erhalten. Parafilm schützt den vorbereiteten Trieb vor Austrocknung.
Unterlage öffnen und Reiser bereitlegen
Das erste Bild zeigt den Einschnitt an der jungen Unterlage. Das zweite zeigt die vorbereiteten, mit Folie umwickelten Reiser auf der Ablage.
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Junge Unterlage
Abb. 05
Keil zuschneiden und einsetzen
Am unteren Ende des Edelreises wird ein ungefähr 1,5 Zentimeter langer Keil geschnitten. Der Keil wird so eingesetzt, dass die Kambiumschichten von Edelreis und Unterlage mindestens an einer Seite Kontakt haben.
Abb. 06
Bindeband ansetzen
Das Band wird an der Verbindung angesetzt. Es soll den Edelreis in seiner Lage halten, damit sich die Kontaktflächen nicht verschieben.
Abb. 07
Pfropfstelle umwickeln
Das Bild zeigt die Führung des Bandes um die Pfropfstelle. Die Finger halten die Verbindung während des Wickelns in Position.
Abb. 08
Austrieb beobachten
Ein grüner Austrieb ist an der geschützten Pfropfung zu sehen. Die Verbindung wird weiterhin kontrolliert, damit das Band nicht einschnürt.




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Ältere Unterlage
Abb. 09
Ältere Unterlage vorbereiten
Bei älterer Unterlage wird grobe Borke vorsichtig reduziert. Der eigentliche Schnitt muss bis zur aktiven Kambiumzone reichen, ohne unnötig viel Gewebe zu verletzen.
Abb. 10
Edelreis am älteren Ast einsetzen
Der Edelreis wird in den vorbereiteten Einschnitt eingesetzt. Entscheidend ist ein sicherer Kontakt der Kambiumschichten; die Nahaufnahme zeigt die Lage an der freigelegten Stelle.
Abb. 11
Verbindung abdichten
Veredelungsband fixiert die Kontaktstelle. Mit einem kleinen Pinsel wird Wundpaste auf die noch offenen Bereiche aufgetragen.
Abb. 12
Verwachsene Pfropfstelle
Die Aufnahme zeigt eine ältere Pfropfverbindung an einem kräftigen Ast. Bandreste werden kontrolliert und entfernt, bevor sie in das Dickenwachstum einschneiden.




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Weitere Veredelungsbeispiele
Die drei Aufnahmen zeigen weitere mit Folie geschützte Veredelungen. Materialzustand, botanische Verträglichkeit und Kambiumkontakt bleiben die entscheidenden Voraussetzungen.
Hintergrund und Nachsorge
Warum pfropfen?
Durch Pfropfung lassen sich Eigenschaften kombinieren: eine kräftige, standorttolerante Unterlage mit einer Sorte, deren Nadeln, Wuchs oder Farbe gestalterisch gewünscht sind. Das Verfahren wird bei Kiefern und weiteren immergrünen Arten eingesetzt.
Im Praxisbeispiel dient eine Schwarzkiefer als Unterlage und eine Mädchenkiefer als Edelreis. Entscheidend ist nicht der Name der Kombination, sondern botanische Verträglichkeit und vitales Material.
Material und Zeitpunkt
Benötigt werden ein sehr scharfes Okuliermesser, Veredelungsband, Parafilm, Wundpaste und ein kleiner Pinsel. Stumpfe oder verschmutzte Klingen quetschen das Gewebe und verringern die Anwachsrate.
Gearbeitet wird bevorzugt im zeitigen Frühjahr zum beginnenden Austrieb. Ein zweites mögliches Fenster liegt gegen Ende August, wenn Klima und Pflanzenzustand passen.
Edelreis vorbereiten
Der Edelreis ist jung, gesund, ungefähr fünf Zentimeter lang und trägt kräftige, noch ruhende Knospen. Frisch geschnittenes Material ist am sichersten.
Falls eine kurze Lagerung unvermeidbar ist, bleibt das Reis feucht verpackt bei etwa ein bis zwei Grad Celsius. Auch unter guten Bedingungen sollte die Lagerzeit möglichst deutlich unter einem Monat bleiben.
Anwachsen kontrollieren
Erste Reaktionen können nach sechs bis acht Wochen sichtbar sein. Das Veredelungsband bleibt jedoch wesentlich länger an der Stelle und wird kontrolliert, damit es nicht einschnürt.
Parafilm kann von jungen Trieben durchstoßen werden. Dichtes Kunststoffband muss rechtzeitig geöffnet oder erneuert werden. Die mechanische Verbindung benötigt oft mindestens eine volle Wachstumsperiode.
Präzisionsarbeit vorbereiten
Sauberkeit und eine ruhige Schnittführung sind wichtiger als Geschwindigkeit.
- Sehr scharfes, desinfiziertes Okuliermesser
- Elastisches Veredelungsband
- Parafilm gegen Austrocknung
- Wundpaste und kleiner Pinsel
- Vitaler Edelreis mit kräftigen Knospen
- Gesunde, kompatible Unterlage
- Saubere Ablage und beschriftetes Material
Praxiswissen
Worauf es besonders ankommt
- Keilschnitt und Einsetzen zuerst an abgeschnittenen Zweigen üben. Ein sicherer Bewegungsablauf reduziert Fehler am lebenden Baum.
- Mindestens eine Kambiumseite muss zuverlässig Kontakt haben; ein mittig sitzender Reis ohne Kontakt wächst nicht an.
Präzision im Schnitt. Geduld beim Zusammenwachsen.
- Junges Material verwenden
- Kambium exakt ausrichten
- Verbindung lange schützen







