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Anzuchtmethoden

Kiefer-Pfropfung – Tsugiki Schritt für Schritt

Tsugiki verbindet eine kräftige Unterlage mit einem ausgewählten Edelreis. Saubere Schnitte, genauer Kambiumkontakt und konsequenter Schutz entscheiden darüber, ob beide Pflanzen zusammenwachsen.

Josef Burschl · 18 Min. · 15 Bilder

Edelreis auswählen

Ein junger, vitaler Trieb mit dichten Nadeln und kräftiger Knospe bildet die Grundlage. Die Länge liegt ungefähr bei fünf Zentimetern.

Eine Hand hält einen frisch geschnittenen Kiefern-Edelreis.
Abbildung 01/15 – Eine Hand hält einen frisch geschnittenen Kiefern-Edelreis.

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Edelreis & Unterlage

Edelreis schützen

Im unteren Bereich werden Nadeln entfernt; die Knospe und ein kleiner Nadelbereich bleiben erhalten. Parafilm schützt den vorbereiteten Trieb vor Austrocknung.

Unterlage öffnen und Reiser bereitlegen

Das erste Bild zeigt den Einschnitt an der jungen Unterlage. Das zweite zeigt die vorbereiteten, mit Folie umwickelten Reiser auf der Ablage.

Der Kiefern-Edelreis wird mit transparenter Folie umwickelt.
Abbildung 02/15 – Der Kiefern-Edelreis wird mit transparenter Folie umwickelt.
Ein Messer schneidet längs in die Rinde der jungen Unterlage.
Abbildung 03/15 – Ein Messer schneidet längs in die Rinde der jungen Unterlage.
Mehrere mit Folie umwickelte Edelreiser liegen auf einer Holzunterlage.
Abbildung 04/15 – Mehrere mit Folie umwickelte Edelreiser liegen auf einer Holzunterlage.

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Junge Unterlage

Abb. 05

Keil zuschneiden und einsetzen

Am unteren Ende des Edelreises wird ein ungefähr 1,5 Zentimeter langer Keil geschnitten. Der Keil wird so eingesetzt, dass die Kambiumschichten von Edelreis und Unterlage mindestens an einer Seite Kontakt haben.

Abb. 06

Bindeband ansetzen

Das Band wird an der Verbindung angesetzt. Es soll den Edelreis in seiner Lage halten, damit sich die Kontaktflächen nicht verschieben.

Abb. 07

Pfropfstelle umwickeln

Das Bild zeigt die Führung des Bandes um die Pfropfstelle. Die Finger halten die Verbindung während des Wickelns in Position.

Abb. 08

Austrieb beobachten

Ein grüner Austrieb ist an der geschützten Pfropfung zu sehen. Die Verbindung wird weiterhin kontrolliert, damit das Band nicht einschnürt.

Der vorbereitete Edelreis zeigt eine lange, spitz zulaufende Schnittfläche.
Abbildung 05/15 – Der vorbereitete Edelreis zeigt eine lange, spitz zulaufende Schnittfläche.
Bindeband wird an der Verbindung von Edelreis und Unterlage angesetzt.
Abbildung 06/15 – Bindeband wird an der Verbindung von Edelreis und Unterlage angesetzt.
Das Band wird um die Pfropfstelle geführt und mit den Fingern gehalten.
Abbildung 07/15 – Das Band wird um die Pfropfstelle geführt und mit den Fingern gehalten.
Ein grüner Austrieb ragt aus der foliengeschützten Pfropfung.
Abbildung 08/15 – Ein grüner Austrieb ragt aus der foliengeschützten Pfropfung.

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Ältere Unterlage

Abb. 09

Ältere Unterlage vorbereiten

Bei älterer Unterlage wird grobe Borke vorsichtig reduziert. Der eigentliche Schnitt muss bis zur aktiven Kambiumzone reichen, ohne unnötig viel Gewebe zu verletzen.

Abb. 10

Edelreis am älteren Ast einsetzen

Der Edelreis wird in den vorbereiteten Einschnitt eingesetzt. Entscheidend ist ein sicherer Kontakt der Kambiumschichten; die Nahaufnahme zeigt die Lage an der freigelegten Stelle.

Abb. 11

Verbindung abdichten

Veredelungsband fixiert die Kontaktstelle. Mit einem kleinen Pinsel wird Wundpaste auf die noch offenen Bereiche aufgetragen.

Abb. 12

Verwachsene Pfropfstelle

Die Aufnahme zeigt eine ältere Pfropfverbindung an einem kräftigen Ast. Bandreste werden kontrolliert und entfernt, bevor sie in das Dickenwachstum einschneiden.

Ein Messer bearbeitet die freigelegte Stelle an einem älteren, borkigen Ast.
Abbildung 09/15 – Ein Messer bearbeitet die freigelegte Stelle an einem älteren, borkigen Ast.
Die Nahaufnahme zeigt den Edelreis im länglichen Einschnitt des älteren Astes.
Abbildung 10/15 – Die Nahaufnahme zeigt den Edelreis im länglichen Einschnitt des älteren Astes.
Ein Pinsel trägt Wundpaste auf die mit blauem Band fixierte Pfropfstelle auf.
Abbildung 11/15 – Ein Pinsel trägt Wundpaste auf die mit blauem Band fixierte Pfropfstelle auf.
Die ältere Pfropfverbindung am kräftigen Ast ist neben dem benadelten Trieb zu sehen.
Abbildung 12/15 – Die ältere Pfropfverbindung am kräftigen Ast ist neben dem benadelten Trieb zu sehen.

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Weitere Veredelungsbeispiele

Die drei Aufnahmen zeigen weitere mit Folie geschützte Veredelungen. Materialzustand, botanische Verträglichkeit und Kambiumkontakt bleiben die entscheidenden Voraussetzungen.

Eine Hand hält einen kleinen, mit transparenter Folie umwickelten Wacholdertrieb.
Abbildung 13/15 – Eine Hand hält einen kleinen, mit transparenter Folie umwickelten Wacholdertrieb.
Ein kurzer Nadeltrieb sitzt in einer mit transparenter Folie geschützten Verbindung.
Abbildung 14/15 – Ein kurzer Nadeltrieb sitzt in einer mit transparenter Folie geschützten Verbindung.
Ein grüner Nadeltrieb wächst aus einer foliengeschützten Pfropfstelle.
Abbildung 15/15 – Ein grüner Nadeltrieb wächst aus einer foliengeschützten Pfropfstelle.

Hintergrund und Nachsorge

Warum pfropfen?

Durch Pfropfung lassen sich Eigenschaften kombinieren: eine kräftige, standorttolerante Unterlage mit einer Sorte, deren Nadeln, Wuchs oder Farbe gestalterisch gewünscht sind. Das Verfahren wird bei Kiefern und weiteren immergrünen Arten eingesetzt.

Im Praxisbeispiel dient eine Schwarzkiefer als Unterlage und eine Mädchenkiefer als Edelreis. Entscheidend ist nicht der Name der Kombination, sondern botanische Verträglichkeit und vitales Material.

Material und Zeitpunkt

Benötigt werden ein sehr scharfes Okuliermesser, Veredelungsband, Parafilm, Wundpaste und ein kleiner Pinsel. Stumpfe oder verschmutzte Klingen quetschen das Gewebe und verringern die Anwachsrate.

Gearbeitet wird bevorzugt im zeitigen Frühjahr zum beginnenden Austrieb. Ein zweites mögliches Fenster liegt gegen Ende August, wenn Klima und Pflanzenzustand passen.

Edelreis vorbereiten

Der Edelreis ist jung, gesund, ungefähr fünf Zentimeter lang und trägt kräftige, noch ruhende Knospen. Frisch geschnittenes Material ist am sichersten.

Falls eine kurze Lagerung unvermeidbar ist, bleibt das Reis feucht verpackt bei etwa ein bis zwei Grad Celsius. Auch unter guten Bedingungen sollte die Lagerzeit möglichst deutlich unter einem Monat bleiben.

Anwachsen kontrollieren

Erste Reaktionen können nach sechs bis acht Wochen sichtbar sein. Das Veredelungsband bleibt jedoch wesentlich länger an der Stelle und wird kontrolliert, damit es nicht einschnürt.

Parafilm kann von jungen Trieben durchstoßen werden. Dichtes Kunststoffband muss rechtzeitig geöffnet oder erneuert werden. Die mechanische Verbindung benötigt oft mindestens eine volle Wachstumsperiode.

Präzisionsarbeit vorbereiten

Sauberkeit und eine ruhige Schnittführung sind wichtiger als Geschwindigkeit.

  • Sehr scharfes, desinfiziertes Okuliermesser
  • Elastisches Veredelungsband
  • Parafilm gegen Austrocknung
  • Wundpaste und kleiner Pinsel
  • Vitaler Edelreis mit kräftigen Knospen
  • Gesunde, kompatible Unterlage
  • Saubere Ablage und beschriftetes Material

Praxiswissen

Worauf es besonders ankommt

  • Keilschnitt und Einsetzen zuerst an abgeschnittenen Zweigen üben. Ein sicherer Bewegungsablauf reduziert Fehler am lebenden Baum.
  • Mindestens eine Kambiumseite muss zuverlässig Kontakt haben; ein mittig sitzender Reis ohne Kontakt wächst nicht an.

Präzision im Schnitt. Geduld beim Zusammenwachsen.

  • Junges Material verwenden
  • Kambium exakt ausrichten
  • Verbindung lange schützen